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Es ist Ferienzeit und wir hören von überallher, dass es Staus und Staus und Staus und Staus.... gibt. Fast alle wollen in die Ferien in andere Länder, ans Meer, usw.
Sicherlich ist dies gerechtfertigt, doch frage ich mich immer wieder: muss dies sein? Ist es im eigenen Heimatland nicht auch schön? Noch mehr frage ich mich, ob das eigene Wohnland überhaupt gekannt wird. Gut erinnere ich mich an jenes Ereignis, als ich noch Vikar im Kanton Zürich war und in meinen Religionsunterricht eine Klosterfrau eingeladen war um über ihre Arbeit zu reden. Sie fragte die Kinder, wo sie in die Ferien gehen. Die Antworten waren: Australien, Neuseeland, Kanada, Afrika, Sri Lanka usw. - Die Klosterfrau wollte zeigen wie weit weg sie arbeitet - in Sri Lanka. So fragte sie: Und kennt ihr den Uetliberg? - Nein, da waren wir noch nie! - Und dies ist der Hausberg von Zürich. Darum finden Sie hier unten ein Foto von meinem jetzigen Hausberg auf Grund meiner Arbeitsstelle. Es ist der Hausberg von Schwyz. Das Foto ist aufgenommen von den Mythen und zeigt die Tallandschaft von Schwyz - einiges mehr als mein Pfarreigebiet. (Auf den Mythen hat man ein 360Grad-Panorma) Doch dieses Foto zeigt, wie schön diese Landschaft ist. Es zeigt wunderbare Seen, Berge, Täler. So bleibt meine Frage: Sehen wir die Schönheiten in unserer Nähe nicht mehr? - Wenn nicht, dann ist es sehr schade! Wenn doch, dann reden wir auch positiv davon!
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Wie geht man mit negativen Ereignissen um? Viele versuchen diese zu vertuschen oder dann erst zu beantworten, wenn andere dazu Fragen haben.
Doch damit geht man automatisch den falschen Weg. Denn es heisst vielmehr "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Ende ohne Schrecken." Die röm. kath. Kirche versucht gemäss Papst Franziskus nun den anderen Weg zu gehen: Lieber ein Schrecken ohne Ende. Am deutlichsten wird dies in Deutschland. Fast jede Woche/Monat gibt es Ergebnisse aus immer anderen Bistümern - statt alles zu konzentrieren. Es ist kein Miteinander und kein Mut. - Und dann gilt dies für die ganze Welt: jede Bischofskonferenz geht einen eigenen Weg. PR technisch gesehen ist dies ein Super-GAU oder das Dümmste, was man machen kann. In der Kirche Schweiz wird dies auch vollzogen. Da heisst es dann, dass eine jede Person, die bei der Kirche angestellt sein will, akzeptiert automatisch die Vorstellungen der röm.kath. Kirche. - Doch davon sind wir weit entfernt: In meiner Amtszeit als Pfarrer habe ich die Frau eines Priesters beerdigt neben der Tochter. Der Sohn hat an der Beerdigung des Priesters gesprochen wie es ihm und seinen Kindern, also den Enkeln ging - diese Beerdigung hat eine kirchliche Persönlichkeit gehalten, da ich in de Ferien war. Im Herbst 2022 wird ein Film veröffentlicht von einem Priester, der Kinder gezeugt hat und jedesmal, als es bekannt wurde, in eine andere Pfarrei versetzt wurde. - Während den Dreharbeiten sind "neue" Kinder aufgetaucht. Den Film hat meine damalige Kirchenstiftung mitfinanziert. Die Zukunft der Kirche besteht nicht im Missbrauch. Die Zukunft der Kirche besteht darin, dass sie so schnell wie möglich die Missbräuche selbst aufdeckt und gleichzeitig eine Pastoral und Personalpolitik entwickelt, die den heutigen Ansprüchen entspricht. - Vertuschung, Abwartung,, Verschleierung sollten der Vergangenheit angehören. Dabei gehört auch dazu, dass Seelsorgende so ausgebildet werden, dass sie sich bewusst sind "normale Menschen" zu sein. Denn die Kirche steht im Dienst des Glaubens, der sich um das Wohl der Menschen bemüht: nämlich den Menschen wieder zu seinem Schöpfer zu führen. Sie werden entsprechend hier bald eine neue Rubrik vorfinden mit dem Titel "Pastoralkonzept". PS: Ich muss immer schmunzeln, wenn Menschen mich fragen nach den alten liturgischen Gewändern. Diese Menschen staunen dann immer wieder, wenn ich erkläre, was ihre Bedeutung im Ursprung ist - und die steht immer im Bewusstsein aus der Sicht des Menschen - und nicht einer theologischen Fiktion. Dieses wunderbare Foto von den Mythen - den Hausbergen Schwyz - wurde mir heute zugestellt. Es zeigt den Sonnenaufgang und wie sich die Sonne ihren Platz freischaufelt und beginnt sich durchzusetzen. Es zeigt jedoch auch die Reaktion der Blumen im Vordergrund, die vielfältiger nicht sein könnte.
Die einen Blumen sind sozusagen noch im Schlaf und lassen sich vom Kampf der Sonne nicht erwärmen. Die anderen sind wach und haben sich auf die Sonne eingestellt: sie schauen in die richtige Richtung, lassen sich wärmen und geniessen es sozusagen. Andere wiederum sind ganz zaghaft und sozusagen scheu oder gar skeptisch - schafft es die Sonne sich durchzusetzen? Es ist dies für mich ein schönes Bild für die jetzige Situation in der Kirche. Ist nicht gerade jetzt spürbar die Frage: Sich nicht berühren lassen wollen? Abwarten? Vertrauen haben? Sich einlassen auf das Zukünftige im Glauben/Vertrauen, dass es gut wird. Sehr hoffe ich, dass sich die verschiedenen Aspekte zu einem Bereich entwickeln in dem der Glaube/das Vertrauen prozentual den stärksten Teil ausmacht. Nur dann kann die Kirche sich wieder richtig einbringen und leben. Bei den Blumen ist es übrigens einfach: Im Laufe des Tages lassen sich sich alle von der Sonne leiten... - Bei uns Menschen, weiss man dies nie. Früher wurden Menschen gerne in "Schubladen" gesteckt und damit mit Vorurteilen überhäuft. Wer in einer bestimmten Schublade war, der konnte kaum noch was bewerkstelligen, das dieser Schublade widersprach.
Heute gibt es diese "Schubladen" nicht mehr. Heute gibt es Gegenstück den "Brand". Das tönt besser und meint nichts anderes als dass die betreffende Person eine "Marke" darstellt. Mit ihr wird dann alles entsprechende verbunden und die Person darauf festgelegt. Es tönt wunderbar schön, doch faktisch sind es nichts anderes als "Vorurteile" und "Einstufungen". Die entsprechenden Personen werden ihrer Identitäten beraubt und damit viele Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung verunmöglicht. Diesen "Brand" gibt es immer mehr in der Gesellschaft und noch mehr in unserer Kirche. In der Kirche hiess dies früher "konservativ", "progrossiv" oder eine Person, die den "Mittelweg" geht oder eine "Fahne im Wind" ist. Mich befremden diese Einstufungen, da für die Zukunft der Gesellschaft und der Kirche viele Dinge verunmöglicht werden - vor allem sachliche Diskussionen. Nehmen Sie den aktuellen "Brand" der "Konservativen": das Äussere muss stimmen von der Kleidung, die "alte" Liturgie sollte ihr Ideal sein, der Priester ist auf der erhöhten Stellung, usw. - Dabei wird vergessen, dass hier mit "alter" Liturgie jene aus dem 16. Jahrhundert gemeint ist und die Stellung des Priesters wie zur Zeit des Absolutismus. Dieser Brand gaukelt vor bei den Ursprüngen zu sein. Doch davor gibt es noch 1500 andere Jahre mit einer Vielfalt von Liturgien und Aufgaben, mit dem dienenden Charakter der Priester und Bischöfe. Und dann gibt es den Brand jener Personen, die sich einsetzen und damit auch zum Nachdenken und Handeln anregen. Ihre "Marke" besteht darin, dass sie als Störenfriede abgestempelt werden. Sie zwingen zum Handeln und Nachdenken - und haben den Ruf Unfrieden zu säen. Ob Vorurteil oder ein Brand zu sein - faktisch kommt es aufs Gleiche heraus: festnageln der Person auf bestimmte Dinge. - Und damit wird Zukunft verunmöglicht. Schade, dass wir in all den Lebensjahren nach wie vor hier nichts gelernt haben. Der wahre Konservative würde sagen: Jesus hat sich immer dagegen gewehrt und ist auf alle zugegangen! Und diese Haltung hat in der Kirche und der Gesellschaft immer zu Fortschritten gehört. Denn in ihr wird nicht eine Person abgeschrieben; vielmehr werden gleichwertige Wesen gesehen, die ihre Meinung einbringen wollen und das Menschsein leben möchten. Wie sagt ein alter Spruch: "Machen wir es wie Gott und werden wir Mensch!" - nicht eine Marke. Immer wieder erhalten wir auf dem Pfarramt anfragen für finanzielle Unterstützung. Da kann es sich um kleine Beträge handeln oder um grössere, es kann sich handeln um Übernahme der Fahrtkosten oder einer Unterkunft, um Zahnrechnungen usw.
Doch immer mehr kommen auch Fragen bezüglich Schuldenübernahmen oder dann den Steuern, die nicht bezahlt werden können. - Sicher, wir übernehmen keine Steuerkosten von Personen. Doch ist dies Thema dermassen wiederkehrend, dass sich einige Bemerkungen und Fragen stellen. So sind die Feststellungen zu machen, dass viele Personen sich a. nicht bewusst sind, dass sie Geld auf die Seite legen müssen, um dann die jährlichen Steuern zu bezahlen. b. nicht bewusst sind, wie hoch ihre Steuern sind c. keine Gedanken dazu machen, bis dann die Steuerrechnung kommt. d. in die Sicherheit wiegen, dass alles erhaltene Geld, das ihrige ist - und sie vergessen, was damit alles inkl. Steuern irgendwann zu zahlen ist. Da viele Menschen in der Schweiz Angestellte sind und nicht Selbständig-Erwerbende stellt sich für mich immer wieder die Frage: Warum wird bei Angestellten nicht auf die Quellensteuer umgestellt - sei es nur für den Lohn und eine jährliche Steuerrechnung für das Vermögen, oder sei es für die Quellensteuer für Lohn inkl. Vermögen. Wieviel Leid würde dann ohne grosse Probleme verschwinden. PS: Die Schweiz kennt ja die Quellensteuer bei bestimmten Personengruppen. grunWenn wir die vielen Kritiken an der röm.kath. Kirche anschauen, dann geht es meist um zwei Dinge. Das eine ist die Frage der Macht und das andere ist die Frage der Sexualität.
Lassen wir an dieser Stelle die Machtfrage ein wenig an der Seite: Macht kann sowohl positiv als auch negativ ausgeübt werden. Und die Kirche hat beide Seiten gezeigt. Macht an sich ist nicht negativ, sondern was daraus gemacht wird. Und es gibt auch die Macht zu verhindern, dass Fortschritte gemacht werden, sich etwas verändert, Ansprüche gestellt werden. Es gibt die Macht sich hinter andern zu verstecken und sich "positiv" darzustellen usw. Es gibt die Macht des Wortes: positiv oder negativ. Die Frage ist, was daraus gemacht wird! Und es gibt auch die Macht der Finanzen: Wer bezahlt, der befiehlt - und dann hat der Ausführende fast keine Chance. In der röm. kath. Kirche gibt es die Macht der Bischöfe und dann gibt es die Macht der Körperschaften mit den Finanzen und dem administrativen Bereich. Beides kann positiv und negativ umgesetzt werden. Für die Bischöfe würde dies im Positiven bedeuten in der Schweiz eine einheitliche Meinung einzunehmen zum Schutze und der Förderung des Lebens und alle Mitarbeitenden hinzuführen, dass sie Dienende sind. Für die Körperschaften würde dies bedeuten alles zu unternehmen und die Bischöfe hierbei zu unterstützen und gemeinsame Spielregeln aufzustellen und Finanzen für das Wesentliche zu sprechen im Dienste der Seelsorge und der Glaubensgemeinschaft. Und dann gibt es die Frage der Sexualität. In unserer Gesellschaft wird die Sexualität dermassen ins Zentrum gestellt, dass sich die Frage stellt: welchen Stellenwert hat sie wirklich im Leben. Es gibt kaum mehr Filme usw. ohne Sexszenen (ist dies Sexualität?), es gibt kaum mehr Stellungnahmen ohne Fixierung auf eine sexuelle Orientierung, usw. . - Doch sind wir ehrlich: hat die Sexualität wirklich einen solchen Stellenwert im Leben von mehr als 80%? Besteht nicht unser Leben und seine Fragen aus vielen anderen Lebensbereichen und Werten? Die röm. kath. Kirche ist anno dazumal in verschiedene Fallen geraten. Der hl. Augustinus hat im 4. Jahrhundert ein exzessives sexuelles Leben geführt (lesen Sie seine "Bekenntnisse") und dann hat er sein Leben umgekrempelt, hat sein Leben geändert und dann das begründet, was wir heute als Körperfeindlichkeit und Feindlichkeit gegenüber der Sexualität bezeichnen (er ist von einem Extrem zum anderen gegangen). Viele Stellungnahmen von heute beziehen sich nach wir vor auf ihn. - Und dies Prinzip von einem Extrem zum anderen kennen wir noch heute und wird immer wieder angewendet: Xy lebt irgendetwas aus, nachdem er es getan hat, will xy es grunsätzlich verboten haben..... - oder "verteufelt" es. Und dann kam Papst Paul VI. mit seiner sogenannten Pillenenzyklika (Humanae vitae 1968). Sie war gedacht zum Schutze der Frau vor Missbrauch, Unterdrückung und Vergiftung. Sie war gedacht für einen schönen und rücksichtsvollen Umgang mit der Sexualität, mit der Einbettung der Sexualität in der Liebe und - wurde reduziert auf ein "Pillenverbot". (Die heutigen Antibabypillen sind in einer viel kleineren Dosierung als die damaligen Pillen und schützen die Frauen vielmehr.) Doch das Wesentliche dahinter ist die Frage der ständigen Verfügbarkeit der Frau: Papst Paul VI wollte die Sexualität eingebettet haben in Liebe und in gegenseitigem Respekt und Achtung - mit dem Schutz des eventuell entstehenden Lebens. Es geht nicht darum, dass "es" geschehen muss, wenn der Mann will. Nein, wenn beide es wollen in Freiwilligkeit. Die heutige Diskussion in der Schweiz wegen "JA" oder "NEIN" bei Sexualität in der Ehe, kann sehr viel in dieser Enzyklika lernen. So paradox es klingen mag: Papst Paul Vi ist hierin ein guter Argumentelieferant! Doch kommen wir zurück zur Frage am Anfang. Eigentlich wird die Kirche heute zu stark auf dieses Feld der Sexualität reduziert, statt hingewiesen auf die Kompetenz der Lebensgestaltung mit Respekt, Achtung und Liebe. - Es liegt an der Kirche hier wieder den Akzent zu setzen und dabei sich nicht in Detailfragen zu verlieren, sondern Grundsätze zu geben, damit ein jeder Mensch nach seinem Wissen und Gewissen (alte röm.kath. Lehre!) dies für sein Leben entsprechend umsetzt. Und so steht die alte Forderung im Raum: die Kirche hat die Aufgabe proaktiv das Leben zu fördern und in ihr der Liebe den richtigen Platz zu geben. Wenn ich in den letzten Wochen die Berichterstattung in den Medien anschaue, dann schauert es mir. Personen, die von der röm.kath. Kirche bezahlt und angestellt sind, reden dermassen negativ von ihr, dass sich die Frage stellt, was das eigentlich soll?
Wohl gemerkt: a. ich bin gegen jeden Missbrauch der geschieht: ob von der Kirche, von der Schule, in Vereinen, in der Familie b. ich bin gegen Redeverbot c. ich bin dafür, dass die Wahrheit auf den Tisch kommt und endlich darauf schnell und unbürokratisch reagiert wird. Doch bin ich dagegen, dass auf Grund von verschiedenen Fällen alles schlecht gemacht wird. So wehre ich mich dagegen, dass die Kirche - ein toxisches System ist - also ein vergiftetes System - und ihre Mitarbeiter nur (!) Negatives machen - Veränderungen nötig hat auf Grund der Missbrauchsfälle - Veränderungen sind unabhängig davon nötig (ecclesia semper reformanda) - und alle ihre Mitarbeitenden in der Seelsorge vorverurteilt werden Darum halte ich auch fest, dass - mehr als 90% aller Fälle des Missbrauchs vor mehr als 20 Jahren geschehen sind und von den damals Verantwortlichen hätten aufgearbeitet werden müssen - die heutigen Verantwortlichen, die damals oft nicht in der Verantwortung standen, nicht dafür verantwortlich gemacht werden dürfen Die röm.kath. Kirche ist kein (!) toxisches System. Es sind bestimmte Verantwortliche die die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden und Verantwortlichen in Misskredit bringen. Und es sind die heutigen Verantwortlichen, die dies auch klar stellen müssten. Unsere Kirche leidet nicht unter einem toxischen System. Sie leidet darunter, dass Personen, die sich engagieren und die Wahrheit benennen, nicht in Verantwortungspositionen berufen werden. Denn vor ihnen hat man Angst. Hier, ist die Bereinigung nötig! Das Bistum Chur ist ein schönes Beispiel hierfür: Hatte es Personen in seinem Führungsstab, die Rückgrat hatten - war das Bistum Chur führend und glaubwürdig. Hatte es nur Ja-Sager, war es schwach und desolat. Die katholische Kirche an sich macht nicht krank. Es sind verschiedene Amtsträger, die Mitarbeitende krank werden lassen, weil nicht ehrlich gehandelt wird oder zur Verschleierung beigetragen wird. Zu lange bin ich verantwortlich tätig in der röm. kath. Kirche um sagen zu dürfen: Unsere schöne Glaubensbotschaft macht gesund und kräftigt, wenn sie ernst genommen wird. Sie macht krank in der Botschaft für die "Kirche", wenn sie im Dienst des Karrieredenkens steht. Unsere Kirche braucht nicht "ständig-das-Negative-Suchende" und auch nicht "Karrieredenkende", sie braucht wieder Menschen, die sich für die Botschaft einsetzen und Rückgrat haben. Zum Abschluss dies: Vor vielen Jahren sprach ein Weihbischof aus Deutschland in Rom bei einer Veranstaltung mit dem Papst. Danach bekam er viel Applaus von den zuhörenden Bischöfen und Kardinälen. Und unter vorgehaltener Hand, die Bemerkungen: "Danke für dein Referat, wir stimmen zu, doch du weisst, dass deine Karriere damit beendet ist." - Das hat nichts mit Kirche zu tun, sondern mit Egoismus und Selbstdarstellung. Die Kirche ist nicht toxisch - sie ist befreiend. Doch dies muss gelebt werden. So hat jeder Bischof seine Verantwortung für seine Ortskirche und seine Mitarbeitenden. Die Synode 72 hat es damals gezeigt, was möglich ist, wenn dies wahrgenommen wird. Reden wir vermehrt von der befreienden Botschaft Gottes, die die Kirche verkündet! Manchmal ist es sehr erstaunlich wie Menschen sich um ihre Verantwortung drücken.
Als ich in der Vorbereitung des Gottesdienstes von heute die Bibelstelle 1 Kön 21, 17-29 gelesen hatte, wurde mir wieder mal bewusst, wie sehr die Verantwortung oftmals delegiert und abgeschoben wird. - Und dies wird nun schon seit Jahrhunderten so gepflegt. Und immer wieder gibt es Personen - in der biblischen Erzählung ist es der Prophet Elija - , die andere darauf aufmerksam machen. Gerade in der heutigen Zeit sind Menschen gefordert, die ihre Verantwortung wahrnehmen - nach entsprechenden Konsultationen usw. sich entscheiden und dann mit Rückgrat auch hinstehen und diese umsetzen. Wie Verantwortung nicht wahrgenommen wird, zeigt sich u.a. im Umgang mit negativen Ereignissen: Statt sie baldmöglichst und schnell aufzuarbeiten und zu benennen, wird hinausgezögert. Statt proaktiv zu handeln wird oftmals einfach reagiert - statt miteinander zu koordinieren wird ein kleines Schrittchen nach dem anderen begangen. Als bald klassisches Beispiel gilt dann hier z.B. der Umgang der Aufarbeitung mit den Missbräuchen in der röm.kath. Kirche: eine jede Bischofskonferenz hat einen anderen Zeitplan, ein jedes Bistum nochmals einen anderen. Und die Logik davon: den Betroffenen/Opfern wird nicht schnell genug geholfen und die Täter werden faktisch geschont - und die Kirche ist omnipräsent in den Medien mit dieser negativen Thematik. Und faktisch wird das Problem hinausgezögert, statt gelöst. Verantwortung zu übernehmen heisst auch Grundsatzentscheidungen zu fällen und nicht einfach gerade auftretende "Lücken" zu stopfen, heisst Konzepte zu haben und sich hinzustellen. Auch hier die grosse Frage in der Kirche: Wie lösen wir die Frage des Weihemangels, des Seelsorgemangels, des KatechetInnenmangels - nur durch "Import" wird es nicht gehen. - So heisst es auch hier: Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu gehen. Ob Kirche oder Gesellschaft: zu oft wird Verantwortung delegiert, wo nicht delegiert werden kann. Schade um die vielen verpassten Chancen. Letzthin durfte ich wieder mal ein Geschenk überreichen. Die Reaktion war als Erstes: "Danke vielmal, das ist aber schön. Die Idee hast aber nicht du gehabt!"
In der Zwischenzeit bin ich mir dies gewohnt. Doch frage ich mich immer wieder: Spielt es eine Rolle von wem die Idee ist? Wenn ich unsere Welt- und Kirchengeschichte anschaue, dann muss ich mit erschrecken feststellen, wie viele gute Ideen nicht verwirktlicht und nicht umgesetzt werden - und alles nur, weil Person x die Idee hatte und nicht Person y. Doch der Reiz des Lebens ist doch gerade das schöne Zusammenspiel und damit ein Abbau von Konkurrenz und Neid, sondern ein Miteinander und Füreinander in der Ergänzung. Ich bin dankbar für die vielen Ideen, die andere Menschen haben und die ich dann aufnehmen und übernehmen kann. Es ist für mich auch eine Entlastung. Nicht umsonst ist mein Lieblingstier das Eichhörnchen. Das wilde Eichhörnchen hat die schöne Tugend gesammeltes Essen zu vergraben. Wirklich essen, wird es dann später jedoch immer das, was ein anderes Eichhörnchen vergraben hat. - Und weil dies alle machen, funktioniert es sehr gut. Was sehen Sie in diesem Bild? Die vielen Felsen? Den Himmel umrahmt von den Felsen - also das Loch? Den Himmel oben? Die Schwierigkeiten, die es zu überwinden gibt? Das Strahlen?
In diesem mir zugesandten Foto wird für mich Pfingsten sichtbar und erfahrbar in der Schöpfung. Die Welt ist wunderbar erschaffen und es liegt an uns, was wir daraus machen und ob wir die Schönheit sehen. Sehen wir nur das Kantige, Felsige, das uns stört? Oder sehen wir, wie der strahlende Himmel das Irdische erleuchtet und bestrahlt? Pfingsten ist die ZWEITE ANTWORT. Pfingsten ist das Fest alles in einem neuen Licht zu sehen und damit die Kraft, die das Irdische erleuchtet und bestärkt. Pfingsten ist die Kraft, die Verstaubtheit auf die Seite zu legen, alles Dunkle vom Licht erstrahlen zu lassen und so die Schönheit des Lebens neu zu erfahren. Pfingsten ist die Kraft den eigenen Charakter zu stärken und Rückgrat zu zeigen. Dies einzubringen zum Wohle der Mitmenschen und in der Beziehung zu Gott. Pfingsten ist das Bewusstsein, wir können Verantwortung wahrnehmen im Dienste Gottes und wir brauchen viele Führungspersönlichkeiten, die sich tatkräftig der eigenen Verantwortung bewusst sind und sich engagieren. Pfingsten ist das Bewusstsein, dass jede Person sich das aneignet, was sie zum Mitdenken, Mitreden, Mitdiskutieren braucht und dies dann einsetzt. Pfingsten ist das Bewusstsein, dass eine Gesellschaft und Gemeinschaft nur vorwärts kommt, wenn sie sich vom Lichte Gottes und der Beziehung zu ihm - dem Himmel - beleuchten und erstrahlen lässt. Und gerade dies braucht unsere Kirche in der heutigen Zeit um sich weiterzuentwickeln und wieder in der Gesellschaft voranzugehen und sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen, sondern mit dem anvertrauten Leben. |
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April 2026
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