Blog von K. Vogt
  • Home
  • Blog
  • Predigten
  • Youtube
  • Liechtenstein
  • Links
  • Ely

Tradition?

20/7/2026

0 Kommentare

 
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen sich auf "Tradition" berufen. Wird genau hingeschaut in diesen Begründungen, besteht die Tradition in dem, was man gerne hat. Doch all dies, das zu diesem Akzent, dieser Aussage, diesem Ritus geführt hat, wird auf einmal auf die Seite gelegt. 
Faktisch heisst dies: Tradition ist es ab jenem Zeitpunkt, den ich bestimme.
Doch wer genau hinschaut, darf feststellen, wie sehr sich alles verändert und der Inhalt zwar gleich bleibt, doch die Darstellung sich der Zeit angepasst hat. Dies ist am Einfachsten sichtbar in unserer Sprache. Wir reden heute ein anderes Deutsch als vor 400 Jahren, bzw. eine andere Sprache als vor 1500 Jahren. Die Amtssprachen in Europa haben sich über alle Jahrhunderte auch weiter entwickelt. So war z.B. über viele Jahrhunderte hinweg Latein eine Amtssprache in bestimmten Ländern, doch heute ist sie dies nirgends mehr. 
In der Kirche zeigt sich dies auch. So gibt es unter den 7 Sakramenten keines, das sich so verändert hat wie das Sakrament der Versöhnung. In allen Veränderung ist gleich geblieben, dass Schuld vergeben wird und ein Neuanfang ermöglicht wurde - die Ausgestaltung des Sakramentes und dessen Spendung hat sich jedoch verändert.

Mit der Feier der Eucharistie sieht es auch gleich aus: Der Inhalt ist gleich geblieben, doch hat sich die Form verändert und dabei auch auf die Gesellschaft Rücksicht genommen. Die heute oftmals als traditioneller Ritus dargestellte tridentinische Messe wurde bei weitem nicht so lange gefeiert, wie viele meinen. 
Jan-Heiner Tück zeigt dies in seinem Buch "Ausverkauf des Konzils" (Herderverlag 2026, s. 110) Er schreibt dort: 
"Wichtiger noch erscheint sein (Bouyer) Hinweis, es sei ,,sinnlos", die Missa tridentina von Pius V. gegen die Messe von Paul VI. auszuspielen: «Erstens weil das, was im Missale Pauls VI. von dem Pius V. abweicht, zu neunzig Prozent der alten Tradition vor Pius V. entnommen ist.» .... Zweitens ist die Kontrastierung sinnlos, «weil das sogenannte Missale Pius V. in Wirklichkeit ein Buch ist, in dem die alte Einleitung Pius' V. stehengeblieben ist, worin es heißt, dass es nicht verändert werden sollte, aber von seinen Nachfolgern [ ... ] immer wieder geändert worden ist. Dieses Messbuch wurde noch im Lauf des 19. Jahrhunderts und sehr einschneidend im 20. verändert, durch alle einander folgenden Päpste; zuerst und vor allem vom heiligen Papst Pius X. [ ... ], dann von Benedikt XV., Pius XI., Pius XII., und Johannes XXIIII.» Die eigentliche Pointe aus dieser liturgiehistorischen Einsicht lautet: «Somit enthält das Missale, nach welchem von den Anhängern der Messe ,des heiligen Pius V.' zelebriert wird, in allen seinen Teilen und in den Einzeltiteln der vorgeschriebenen Messen, weniger Elemente des von Pius V. promulgierten Buches als das Missale Pauls VI.» Die Rede von der „Messe aller Zeiten", die von Lefebvre immer wieder bemüht und im Umfeld der Piusbruderschaft bis heute gerne gebraucht wird, entpuppt sich so als Kontinuitätsfiktion, die den historischen Wandlungen nicht Rechnung trägt."


0 Kommentare

Piusbrüder - nach der Weihe vom 1. Juli

3/7/2026

0 Kommentare

 
Nach der nicht erlaubten Weihe in Ecône, vollzieht der Heilige Stuhl das, was er seit geraumer Zeit angekündigt hat. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin äusserte noch am Mittwochabend, 1. Juli 2026, sein Bedauern über den Schritt. Dieser beschädige die Einheit der Kirche. Aber es bestehe die Hoffnung, dass man über kurz oder lang den Dialog wieder aufnehmen könne und eine Lösung für die aufgeworfenen Fragen finde. «Der wesentliche Punkt», sagte Parolin, «ist derjenige des Konzils: Wird das Zweite Vatikanische Konzil akzeptiert oder nicht?»
Das Konzil, das von 1962 bis 1965 dauerte, gilt als das wichtigste kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts. Es leitete umfangreiche Reformen in der katholischen Kirche ein, neben einer Liturgiereform etwa die Anerkennung der Religionsfreiheit sowie die Förderung des ökumenischen Dialogs und des Dialogs mit den nichtchristlichen Religionen.
Von besonderer Bedeutung ist die Erklärung «Nostra Aetate» von 1965, welche die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Judentum unterstreicht und jeglichen Antisemitismus sowie die Schuldzuweisung an die Juden für den Tod Jesu ablehnt.
Die Piusbrüder haben das Zweite Vatikanum stets abgelehnt. Für Parolin wiederum stellt es einen «Meilenstein der Kirche dar, der akzeptiert und in der richtigen Art und Weise umgesetzt werden muss», wie er am Mittwoch sagte.
In einer gemeinsam mit dem Dekret veröffentlichten Erklärung schreibt der Vatikan, dass seit der Zeit von Paul VI. zahlreiche Versuche gescheitert seien, die Bewegung wieder in die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zu führen. Die jüngsten Bischofsweihen von Mitgliedern der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Bruderschaft ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen des Heiligen Vaters hätten die Situation verschärft.

Die Schweizer Bischöfe schreiben dazu in ihrer Erklärung:
"Über Jahrzehnte hinweg haben mehrere Päpste und zahlreiche kirchliche Instanzen intensive Bemühungen unternommen, um die volle kirchliche Gemeinschaft mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. wiederherzustellen. Die nun erfolgten Weihen gegen den ausdrücklichen Willen des Heiligen Vaters stellen einen schweren Rückschlag für diese Bestrebungen dar.
Die SBK bekräftigt ihre Verbundenheit mit Papst Leo XIV. sowie mit der Einheit der katholischen Kirche. Die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri gehört zum Wesen der katholischen Kirche und ist Grundlage ihres kirchlichen Lebens und ihrer Sendung.
In diesem Sinne möchte die SBK allen Menschen, die den Wunsch äussern, in die volle Gemeinschaft mit der Kirche zurückzukehren, ihre Offenheit, ihr aufmerksames Ohr und ihre wohlwollende Begleitung zusichern. Sie ist sich der menschlichen, spirituellen und bisweilen auch familiären Herausforderungen bewusst, die ein solcher Schritt mit sich bringen kann, und möchte die Betroffenen mit Respekt, Feingefühl und christlicher Nächstenliebe auf diesem Weg begleiten. Zugleich lädt sie alle Katholikinnen und Katholiken ein, für die Einheit der Kirche zu beten und den Weg der Versöhnung offen zu halten. Auch in Zeiten der Prüfung bleibt die Kirche berufen, die Bekehrung der Herzen zu fördern, den geschwisterlichen Dialog zu pflegen und auf die Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft hinzuwirken."

0 Kommentare

    Archiv

    August 2026
    Juli 2026
    Juni 2026
    Mai 2026
    April 2026
    Februar 2026
    Dezember 2025
    August 2025
    Juli 2025
    Mai 2025
    April 2025
    März 2025
    Februar 2025
    Januar 2025
    Dezember 2024
    November 2024
    Oktober 2024
    September 2024
    August 2024
    Juli 2024
    Juni 2024
    Mai 2024
    April 2024
    März 2024
    Februar 2024
    Januar 2024
    Dezember 2023
    November 2023
    Oktober 2023
    September 2023
    August 2023
    Juli 2023
    Juni 2023
    Mai 2023
    April 2023
    März 2023
    Februar 2023
    Januar 2023
    Dezember 2022
    November 2022
    Oktober 2022
    September 2022
    August 2022
    Juli 2022
    Juni 2022
    Mai 2022
    April 2022
    März 2022
    Februar 2022
    Januar 2022

    Kategorie

    Alle

    RSS-Feed

Bild
Kurt  Vogt
röm.kath. Priester
Im Fetzer 14, FL-9494 Schaan
+41 79 964 63 61;  [email protected]

BlueSky
Bild
  • Home
  • Blog
  • Predigten
  • Youtube
  • Liechtenstein
  • Links
  • Ely