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Nach der nicht erlaubten Weihe in Ecône, vollzieht der Heilige Stuhl das, was er seit geraumer Zeit angekündigt hat. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin äusserte noch am Mittwochabend, 1. Juli 2026, sein Bedauern über den Schritt. Dieser beschädige die Einheit der Kirche. Aber es bestehe die Hoffnung, dass man über kurz oder lang den Dialog wieder aufnehmen könne und eine Lösung für die aufgeworfenen Fragen finde. «Der wesentliche Punkt», sagte Parolin, «ist derjenige des Konzils: Wird das Zweite Vatikanische Konzil akzeptiert oder nicht?»
Das Konzil, das von 1962 bis 1965 dauerte, gilt als das wichtigste kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts. Es leitete umfangreiche Reformen in der katholischen Kirche ein, neben einer Liturgiereform etwa die Anerkennung der Religionsfreiheit sowie die Förderung des ökumenischen Dialogs und des Dialogs mit den nichtchristlichen Religionen. Von besonderer Bedeutung ist die Erklärung «Nostra Aetate» von 1965, welche die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Judentum unterstreicht und jeglichen Antisemitismus sowie die Schuldzuweisung an die Juden für den Tod Jesu ablehnt. Die Piusbrüder haben das Zweite Vatikanum stets abgelehnt. Für Parolin wiederum stellt es einen «Meilenstein der Kirche dar, der akzeptiert und in der richtigen Art und Weise umgesetzt werden muss», wie er am Mittwoch sagte. In einer gemeinsam mit dem Dekret veröffentlichten Erklärung schreibt der Vatikan, dass seit der Zeit von Paul VI. zahlreiche Versuche gescheitert seien, die Bewegung wieder in die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zu führen. Die jüngsten Bischofsweihen von Mitgliedern der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Bruderschaft ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen des Heiligen Vaters hätten die Situation verschärft. Die Schweizer Bischöfe schreiben dazu in ihrer Erklärung: "Über Jahrzehnte hinweg haben mehrere Päpste und zahlreiche kirchliche Instanzen intensive Bemühungen unternommen, um die volle kirchliche Gemeinschaft mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. wiederherzustellen. Die nun erfolgten Weihen gegen den ausdrücklichen Willen des Heiligen Vaters stellen einen schweren Rückschlag für diese Bestrebungen dar. Die SBK bekräftigt ihre Verbundenheit mit Papst Leo XIV. sowie mit der Einheit der katholischen Kirche. Die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri gehört zum Wesen der katholischen Kirche und ist Grundlage ihres kirchlichen Lebens und ihrer Sendung. In diesem Sinne möchte die SBK allen Menschen, die den Wunsch äussern, in die volle Gemeinschaft mit der Kirche zurückzukehren, ihre Offenheit, ihr aufmerksames Ohr und ihre wohlwollende Begleitung zusichern. Sie ist sich der menschlichen, spirituellen und bisweilen auch familiären Herausforderungen bewusst, die ein solcher Schritt mit sich bringen kann, und möchte die Betroffenen mit Respekt, Feingefühl und christlicher Nächstenliebe auf diesem Weg begleiten. Zugleich lädt sie alle Katholikinnen und Katholiken ein, für die Einheit der Kirche zu beten und den Weg der Versöhnung offen zu halten. Auch in Zeiten der Prüfung bleibt die Kirche berufen, die Bekehrung der Herzen zu fördern, den geschwisterlichen Dialog zu pflegen und auf die Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft hinzuwirken."
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Juli 2026
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