Blog von K. Vogt
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Tradition?

20/7/2026

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Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen sich auf "Tradition" berufen. Wird genau hingeschaut in diesen Begründungen, besteht die Tradition in dem, was man gerne hat. Doch all dies, das zu diesem Akzent, dieser Aussage, diesem Ritus geführt hat, wird auf einmal auf die Seite gelegt. 
Faktisch heisst dies: Tradition ist es ab jenem Zeitpunkt, den ich bestimme.
Doch wer genau hinschaut, darf feststellen, wie sehr sich alles verändert und der Inhalt zwar gleich bleibt, doch die Darstellung sich der Zeit angepasst hat. Dies ist am Einfachsten sichtbar in unserer Sprache. Wir reden heute ein anderes Deutsch als vor 400 Jahren, bzw. eine andere Sprache als vor 1500 Jahren. Die Amtssprachen in Europa haben sich über alle Jahrhunderte auch weiter entwickelt. So war z.B. über viele Jahrhunderte hinweg Latein eine Amtssprache in bestimmten Ländern, doch heute ist sie dies nirgends mehr. 
In der Kirche zeigt sich dies auch. So gibt es unter den 7 Sakramenten keines, das sich so verändert hat wie das Sakrament der Versöhnung. In allen Veränderung ist gleich geblieben, dass Schuld vergeben wird und ein Neuanfang ermöglicht wurde - die Ausgestaltung des Sakramentes und dessen Spendung hat sich jedoch verändert.

Mit der Feier der Eucharistie sieht es auch gleich aus: Der Inhalt ist gleich geblieben, doch hat sich die Form verändert und dabei auch auf die Gesellschaft Rücksicht genommen. Die heute oftmals als traditioneller Ritus dargestellte tridentinische Messe wurde bei weitem nicht so lange gefeiert, wie viele meinen. 
Jan-Heiner Tück zeigt dies in seinem Buch "Ausverkauf des Konzils" (Herderverlag 2026, s. 110) Er schreibt dort: 
"Wichtiger noch erscheint sein (Bouyer) Hinweis, es sei ,,sinnlos", die Missa tridentina von Pius V. gegen die Messe von Paul VI. auszuspielen: «Erstens weil das, was im Missale Pauls VI. von dem Pius V. abweicht, zu neunzig Prozent der alten Tradition vor Pius V. entnommen ist.» .... Zweitens ist die Kontrastierung sinnlos, «weil das sogenannte Missale Pius V. in Wirklichkeit ein Buch ist, in dem die alte Einleitung Pius' V. stehengeblieben ist, worin es heißt, dass es nicht verändert werden sollte, aber von seinen Nachfolgern [ ... ] immer wieder geändert worden ist. Dieses Messbuch wurde noch im Lauf des 19. Jahrhunderts und sehr einschneidend im 20. verändert, durch alle einander folgenden Päpste; zuerst und vor allem vom heiligen Papst Pius X. [ ... ], dann von Benedikt XV., Pius XI., Pius XII., und Johannes XXIIII.» Die eigentliche Pointe aus dieser liturgiehistorischen Einsicht lautet: «Somit enthält das Missale, nach welchem von den Anhängern der Messe ,des heiligen Pius V.' zelebriert wird, in allen seinen Teilen und in den Einzeltiteln der vorgeschriebenen Messen, weniger Elemente des von Pius V. promulgierten Buches als das Missale Pauls VI.» Die Rede von der „Messe aller Zeiten", die von Lefebvre immer wieder bemüht und im Umfeld der Piusbruderschaft bis heute gerne gebraucht wird, entpuppt sich so als Kontinuitätsfiktion, die den historischen Wandlungen nicht Rechnung trägt."


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Piusbrüder - nach der Weihe vom 1. Juli

3/7/2026

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Nach der nicht erlaubten Weihe in Ecône, vollzieht der Heilige Stuhl das, was er seit geraumer Zeit angekündigt hat. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin äusserte noch am Mittwochabend, 1. Juli 2026, sein Bedauern über den Schritt. Dieser beschädige die Einheit der Kirche. Aber es bestehe die Hoffnung, dass man über kurz oder lang den Dialog wieder aufnehmen könne und eine Lösung für die aufgeworfenen Fragen finde. «Der wesentliche Punkt», sagte Parolin, «ist derjenige des Konzils: Wird das Zweite Vatikanische Konzil akzeptiert oder nicht?»
Das Konzil, das von 1962 bis 1965 dauerte, gilt als das wichtigste kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts. Es leitete umfangreiche Reformen in der katholischen Kirche ein, neben einer Liturgiereform etwa die Anerkennung der Religionsfreiheit sowie die Förderung des ökumenischen Dialogs und des Dialogs mit den nichtchristlichen Religionen.
Von besonderer Bedeutung ist die Erklärung «Nostra Aetate» von 1965, welche die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Judentum unterstreicht und jeglichen Antisemitismus sowie die Schuldzuweisung an die Juden für den Tod Jesu ablehnt.
Die Piusbrüder haben das Zweite Vatikanum stets abgelehnt. Für Parolin wiederum stellt es einen «Meilenstein der Kirche dar, der akzeptiert und in der richtigen Art und Weise umgesetzt werden muss», wie er am Mittwoch sagte.
In einer gemeinsam mit dem Dekret veröffentlichten Erklärung schreibt der Vatikan, dass seit der Zeit von Paul VI. zahlreiche Versuche gescheitert seien, die Bewegung wieder in die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zu führen. Die jüngsten Bischofsweihen von Mitgliedern der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Bruderschaft ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen des Heiligen Vaters hätten die Situation verschärft.

Die Schweizer Bischöfe schreiben dazu in ihrer Erklärung:
"Über Jahrzehnte hinweg haben mehrere Päpste und zahlreiche kirchliche Instanzen intensive Bemühungen unternommen, um die volle kirchliche Gemeinschaft mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. wiederherzustellen. Die nun erfolgten Weihen gegen den ausdrücklichen Willen des Heiligen Vaters stellen einen schweren Rückschlag für diese Bestrebungen dar.
Die SBK bekräftigt ihre Verbundenheit mit Papst Leo XIV. sowie mit der Einheit der katholischen Kirche. Die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri gehört zum Wesen der katholischen Kirche und ist Grundlage ihres kirchlichen Lebens und ihrer Sendung.
In diesem Sinne möchte die SBK allen Menschen, die den Wunsch äussern, in die volle Gemeinschaft mit der Kirche zurückzukehren, ihre Offenheit, ihr aufmerksames Ohr und ihre wohlwollende Begleitung zusichern. Sie ist sich der menschlichen, spirituellen und bisweilen auch familiären Herausforderungen bewusst, die ein solcher Schritt mit sich bringen kann, und möchte die Betroffenen mit Respekt, Feingefühl und christlicher Nächstenliebe auf diesem Weg begleiten. Zugleich lädt sie alle Katholikinnen und Katholiken ein, für die Einheit der Kirche zu beten und den Weg der Versöhnung offen zu halten. Auch in Zeiten der Prüfung bleibt die Kirche berufen, die Bekehrung der Herzen zu fördern, den geschwisterlichen Dialog zu pflegen und auf die Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft hinzuwirken."

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Gegen oder Für?

28/6/2026

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Wenn wir die heutige Zeit in Politik, Gesellschaft und Kirche anschauen, dann müssen wir feststellen wie viel Energie, Zeit und Aufwand investiert wird um gegen etwas zu kämpfen. Oftmals wird dies begründet mit, dass dies nicht sein darf.
Wie wäre es jedoch, wenn man für etwas kämpfen würde? Könnte damit dann nicht aufgezeigt und vorgelebt werden, wie das andere gar nicht nötig ist und keine Reiz hat gegenüber dem Anderen, für das man sich einsetzt?
Sehr staune ich, wie in unserer Gesellschaft gute Dinge nicht realisiert werden, weil
- niemand sich die Zeit für sie nimmt, sondern gegen anderes kämpfen muss
- Bürokratie und Administration alles erschweren und verlangsamen (Bsp ist der Kauf eines Grundstückes für ein Pfarreizentrum vor 80 Jahren, das bis heute nicht steht - oder ein altes Fussballstadium, das abgerissen wurde und noch nicht ersetzt wurde und viele andere
- die offene Meinung nicht mehr gewünscht wird und wenn sie praktiziert wird, dies ein Ende der Berufslaufbahn bedeutet. Vielmehr sind JA-Sagende gefragt
- Vetternwirtschaft gepflegt wird.
Unsere Gesellschaft und Kirche kommt nur vorwärts, wenn man sich für einsetzt - und dies sagt Jesus auch im heutigen Evangelium Mt 10,37-42, wo er indirekt gegen Vetternwirtschaft redet und den Einsatz für die Sache einfordert.

Aus dem Bistum Chur und seiner Blütezeit gibt es ein schönes Beispiel: Die Blütezeit des Bistums war immer dann, wenn verschiedene Meinungen und Persönlichkeiten an einem Tisch zusammen kamen, miteinander diskutierten und miteinander entschieden haben. Es war dies gelebte Synodalität ohne davon ein grosses Theater zu machen.
Setzen wir uns ein für die Sache und diskutieren und entscheiden wir miteinander.
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TEAM - T.E.A.M

12/6/2026

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Unter TEAM oder Teamarbeit wird heute sehr unterschiedliches verstanden. Und Team ist eigentlich auch eine moderne Bezeichnung für das alte christliche Bild des "Leibes Christi". So gilt dieser Begriff nicht nur für Angestellte, sondern für alle Menschen, die in einer Gemeinschaft sich einbinden und einbringen. Doch wie wird dies verstanden?

Manche Menschen sagen von sich, dass sie gerne in einem Team arbeiten oder leben: sei es im Verein, in der Familie, im Geschäft, in der Freizeit. Und wenn dann etwa nachgefragt wird, was das bedeutet, kann man dann Team als solches verstanden wissen: Schön, dass wir im Team sind und die andere Person dann den Kopf hinhält oder die eigentliche Arbeit macht - und ich kann dann die Lorbeeren ernten. So verstandenes Team heisst dann:
Toll Ein Anderer Machts

Gerade christlich ist dies nicht und auch nicht das Ideal unserer christlichen Gemeinschaft. 

Eine andere Darstellung von TEAM zeigt sich in der Form, wo eine jede Person für die anderen da ist, sich einbringt und ergänzt, sich an den Erfolgen des anderen erfreut und motiviert und stützt nach bestem Wissen und Gewissen. 
Dies wird zusammengefasst mit:
Toller Einsatz Aller Mitmachenden.

Sie können selber entscheiden, welchen Weg Sie gehen möchten. Das christliche Gedankengut und unser Glaube sind geprägt vom zweiten Gedanken "Toller Einsatz aller Mitmachenden". Und es ist dies, was in unserer Gesellschaft heute von allen Christinnen und Christen eingefordert ist um die Welt wieder in eine richtige Bahn zu führen: Weg vom Egoismus zu einem Miteinander; weg von Abschätzung zu Aufmunterung, weg von Profitdenken zu Solidarität. - Nur miteinander sind wir alle stark und können die Welt im Geiste Gottes und seiner Intention verändern. So wünsche ich Ihnen allen viele tragende, schützende, orientierende und führende Hände und dass sie dies auch für Ihre Mitmenschen sein können.




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Hoi zäme

20/5/2026

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Als für den 8. September 1985 der Papstbesuch in Liechtenstein angekündigt wurde, ging es an die Planung der verschiedenen Veranstaltungen an diesem Tag. - Für den späteren Nachmitta? Wirg war eine Begegnung mit den Jugendlichen geplant und in der Anrede der Jugendlichen wurde vorgeschlagen, dass Johannes Paul II die Jugendlichen begrüsst mit "Hoi Zäme".
Zwischen diesem Vorschlag und der Umsetzung gab es einen regen Austausch zwischen dem damaligen Dekan Franz Näscher und dem Vatikan. Thema war: Was bedeutet "Hoi Zäme"
Im Nachhinein ist es für mich nicht nur eine lustige Begebenheit, die den Papst diese Begrüssung auch sprechen liess. - Vielmehr ist es für mich heute nach wie vor die Frage, was verstehen wir unter "Hoi Zäme".
Eigentlich ist es ein Grusswort an mehrere Personen, die miteinander unterwegs sind. Es wird Wertschätzung, Akzeptanz und Aufmerksamkeit ausgedrückt.
Es ist ein Gruss, der das Gegenüber wahrnimmt und eine Gemeinschaft feststellt. Eine Gemeinschaft wird wahrgenommen, die aus verschiedenen Personenn besteht; die jedoch auf dem gleichen Wege oder am gleichen Orte sind.
So ist die Frage heute noch berechtigt: Wir dieses Miteinander auch gelebt und gepflegt? Wird es gewertschätzt und gefördert - oder geht jede Person den je eigenen Weg? 
"Hoi Zäme" meint ein miteinander unterwegs sein in einer Gemeinschaft und in der Verschiedenheit. Es meint ein Wahrnehmen der Vielfalt.
Zwei Worte führten damals zu grossen Diskussionen zwischen Liechtenstein und dem Vatikan. Die Diskussionen wurden geführt und die Sachlage geklärt und die Veranstaltung wurde ein Miteinander. - Ist dies nicht auch heute noch ein Weg für unsere Gesellschaft?
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Offen für Begegnung?

9/5/2026

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Ist es manchmal nicht eigen, was uns und mit uns geschieht? - Man nimmt sich irgendetwas vor und versucht dies zielstrebig zu erreichen. Und dann geschieht auf einmal etwas, mit dem wir nicht gerechnet haben. - Und dann stellt sich die Frage, wie damit umgehen?

In den letzten Tagen habe ich eine kleine Wanderung gemacht durch den Wald zu einem schönen Aussichtspunkt. Zielstrebig habe ich mir vorgenommen abzuschalten, mich nicht ablenken zu lassen und zügig das Ziel zu erreichen. - Und was geschah?
Ungefähr in der Hälfte der Strecke machte eine Hummel einen so grossen Lärm, dass ich schauen musste, was denn da los ist. Sie sass auf einer wunderbaren Blüte - und zu meinem Erstaunen flatterte ihr gegenüber ein wunderschöner gelber Schmetterling. 
Ich konnte nich anders als innehalten und zuschauen, was da geschieht. 
Es war so schön zu sehen, wie sich die Hummel und der Schmetterling die Blüte teilten. Ja, es sah so aus, wie wenn sie "miteinander flirteten". Für mich ging dieses Schauspiel ein paar Minuten und erfreute mich sehr.
Als der Schmetterling wegflog, setzte ich meinen Weg wieder fort. 
- Und dann kam der Schmetterling und begleitete mich den Weg zeigend fast bis zum Ziel.

Sind wir offen für Begegnungen, die wir nicht einberechnet haben? Sind wir offen für unerwartete Geschenke? Sind wir offen unser Leben nicht zu fixieren, sondern beweglich zu gestalten - im Bewusstsein für die vielen Fügungen, die uns geschenkt sind?

Lassen Sie sich ein auf Neues und den jeweiligen Augenblick.

PS: Leider (oder vielleicht zum Glück) kam ich nicht auf die Idee, diese Szene zu fotografieren - umso mehr ist sie in meinem Herzen.
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Staunen Können...

29/4/2026

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Letzthin hat mir eine Grossmutter die oben dargestellte Szene als Film gezeigt. Ihre beiden Enkel und die Enkelin haben am See das Fliessen des Wassers ausprobiert. Sie haben festgestellt, wie sehr der Sand sich zuerst verfestigen muss, damit das Wasser schlussendlich darauf fliessen kann und nicht versickert.
Der obige Augenblick zeigt jenen Zeitpunkt als das durch die selbstgemachte Rinne fliessende Wasser sich mit dem See verbindet und in diesen fliesst.
Dabei jubeln alle 3 Kinder voller Freude, dass die Rinne funktioniert und sich das Wasser mit dem See verbindet.
Die Kinder können staunen, über das, was Ihnen gelungen ist; sie staunen über das fliessende und sich verbindende Wasser. - Eigentlich ist es für uns eine Selbstverständlichkeit. 
Doch zeigt nicht gerade dieses Bild, dass es eben doch nicht selbstverständlich ist.
Für mich ist dies ein schönes Beispiel, wie wir wieder vermehrt lernen sollten zu staunen und uns - auch an angeblichen Kleinigkeiten - erfreuen dürfen. Nicht umsonst heisst wohl in der Bibel mit den Worten von Jesus Christus: "Lasst die Kinder zu mir kommen" und "Werdet wie die Kinder"
So wünsche ich uns allen wieder die Begabung zu Staunen und sich zu Erfreuen.
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Welt im Umbruch

21/4/2026

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Wenn ich die heutige Weltsituation und auch die kirchliche anschaue, dann ist sehr viel im Umbruch. 
Auffallend ist allerdings wie sehr oftmals nicht die Sache im Vordergrund steht, sondern es um einen "Personenkult" geht. Es wird geschaut wie sich eine Person verhält, was sie macht usw. - und dann erfolgen die Kommentare in die verschiedensten Richtungen. Und es wird geschrieben, gefilmt, geredet und vieles andere mehr - über die Person.
Doch um die Sache gibt es kaum Informationen oder Debatten. Diese scheint fast unbedeutend zu sein. 
Vielleicht liegt hierin ein Problem unserer Gesellschaft: Sich nicht mit der Sache auseinandersetzen, doch lieber auf eine Person zielen und hierüber zu reden. Und dann zu entscheiden, ob man gegen oder für die Person ist und sich in der Sache zu verhalten. Vereinfacht heisst dies dann auch: Es wird auch gehört, wer am Lautesten schreit und nicht wer recht hat.
Gefordert wäre allerdings die sachliche Auseinandersetzung - sowohl in der Kirche wie auch in der Gesellschaft. Und auf Grund der Sache sich zu entscheiden. Zu viele Fragestellungen in unserer Zeit werden darum nicht mehr behandelt, nicht entschieden und hinausgeschoben. So wird dann dieser Spruch eben nicht  umgesetzt: "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." - Man nimmt in Kauf, dass das Problem grösser und grösser wird, bis es angeblich nicht mehr gelöst werden kann.
So sind in unserer Zeit wieder sachliche Diskussionen und darauf gründende Entscheidungen eingefordert. Dies bedeutet auch den Mut sich einzusetzen und damit auszusetzen und nicht auf die eigene Selbstdarstellung zu schauen. 
So wünsche ich uns allen den Mut zum Umbruch und zum Entscheid.
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Neuanfang

13/4/2026

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In unserer Welt ist sehr viel in Bewegung und viele Menschen setzen sich zusammen um zu diskutieren, zu besprechen, zu erörtern usw. - Was leider oftmals nicht geschieht, ist das Handeln für die Zukunft. 
Unsere Welt braucht mutige Entscheidungen, die jetzt gefällt und umgesetzt werden und nicht wieder Vertröstungen.
Schauen Sie hin, wie viel Energie wird gebraucht um Dinge zu verhindern? - Mit der gleichen Energie könnten schon lange anfallende Probleme gelöst sein. Dies natürlich auch unter dem Bewusstsein, unabhängig von wem die Idee dazu war oder ist. Unabhängig auch, ob es mir persönlich, meiner Stellung, meiner Karriere dient. - Sondern einfach im Gedankengang, dass es zum Wohle der Menschheit ist.
Ostern ist nicht einfach der Hinweis auf das ewige Leben, das Gott uns schenkt. - Ostern ist auch der Hinweis auf einen Neuanfang mit neuer Begeisterung und neuem Elan. Symbolisch drücken wir dies aus, mit jenem Tag an dem Jesus Christus auferstand: der ACHTE Tag. Am ersten begann Gott mit der Schöpfung, am siebten ruhte er, am achten erstand er von den Toten zu neuem Leben.
​So wünsche ich uns allen dieses Auferstehen zu neuem Leben in Begeisterung und Freude.
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Frohe Ostern

5/4/2026

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Die Auferstehungsliturgie begann um 6.30 Uhr in aller Stille. Kein Strassenlärm, kein Autolärm, kein Geschrei oder irgendwelche Unruhe.
In diese Stille hinein wartend am Osterfeuer ertönten die ersten musikalischen Werke von Vogelgezwitscher. Die Vögel durchbrachen die Stille und machten hörbar wie das Leben erwacht - zuerst ganz wenige und sanft. Schliesslich kamen auch die grösseren Vögel und zwitscherten ihren Gesang.
Beginnt das Leben nicht neu in der Ruhe und Stille und lässt alles andere langsam sich entfalten.
Ostern - Auferstehung - beginnt im Stillen und Unscheinbaren. Dort geschieht es, wo es niemand erwartet und sich überraschen lässt. 
Wir sind eingeladen die Auferstehung bei uns geschehen zu lassen und uns darauf einzulassen - wie auf das Gezwitscher der Vögel: sich anrühren lassen und sich bewegen.
Frohe Ostern!
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